Wildunfall – was tun und wer zahlt?

Ein Wildunfall kommt meist völlig unerwartet:
Ein Reh springt auf die Straße, ein Wildschwein läuft aus dem Wald oder ein Hase kreuzt plötzlich die Fahrbahn.

In Sekunden entsteht ein Schaden – manchmal klein, oft hochpreisig.
Für viele Autofahrer ist danach unklar: Was mache ich jetzt? Wer zahlt? Und muss ich wirklich die Polizei rufen?

Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie richtig reagieren und wie Sie vermeiden, dass die Versicherung eine Zahlung ablehnt.

Wildunfall – wann spricht man davon?

Ein Wildunfall ist jeder Zusammenstoß mit einem Tier auf der Fahrbahn.
Versicherungstechnisch wird unterschieden zwischen:

✔ Haarwild (gesetzlich definiert)

Dazu gehören:

  • Rehe

  • Wildschweine

  • Hirsche

  • Füchse

  • Hasen

Teilkasko zahlt in diesen Fällen immer.

✔ Sonstiges Wild

z. B.

  • Hunde

  • Kühe

  • Pferde

  • Schafe

  • Vögel

➡ Zahlung abhängig vom Vertrag (viele Policen decken das inzwischen ab).

✔ Ausweichmanöver ohne direkten Zusammenstoß

z. B.: Sie weichen einem Reh aus und fahren gegen einen Baum.

Teilkasko zahlungspflichtig nur bei direktem Zusammenstoß.
➡ Vollkasko übernimmt den Schaden auch beim Ausweichen.

Sofortmaßnahmen – so reagieren Sie richtig

Ein Wildunfall ist nicht nur ein Versicherungsthema, sondern auch eine Verkehrssicherheitsfrage.

✔ 1. Unfallstelle sichern

Warnblinker, Warnweste, Warndreieck.
Nicht aussteigen, wenn es gefährlich ist (Dunkelheit, Gegenverkehr).

✔ 2. Polizei rufen

Die Polizei muss bei Wildunfällen informiert werden, wenn:

  • das Tier verletzt oder tot ist

  • der Schaden über Bagatellgröße liegt

  • das Tier nicht mehr auffindbar ist (Flucht)

Wichtig: Die Polizei stellt eine Wildunfallbescheinigung aus.
Diese ist oft Pflicht für die Versicherung.

✔ 3. Tier nicht berühren

Verletzte Tiere können gefährlich sein.
Tote Tiere dürfen Sie nicht einfach entfernen – das ist Aufgabe des Jagdpächters.

✔ 4. Beweise sichern

Fotos sind entscheidend!
Auch wenn das Tier weg ist, bleiben Spuren:

  • Haarreste

  • Blutspuren

  • Splitter

  • Kratzspuren

  • Bremsspuren

  • Umgebung (Waldkante, Straße)

➡ Ergänzend: Schadensfotos richtig aufnehmen

✔ 5. Schaden dokumentieren

Kennzeichen, Kilometerstand, Standort.
Wichtig für KOVO DIREKT und die Versicherung.

Wer zahlt den Wildunfall?

✔ Teilkasko (wichtigster Versicherer)

Teilkasko übernimmt:

  • Zusammenstoß mit Haarwild

  • Beschädigte Karosserie

  • Scheinwerfer, Stoßfänger, Kühler

  • Folgeschäden durch den Aufprall

Sie zahlen nur die Selbstbeteiligung (meist 150 €).

✔ Vollkasko

Zahlt zusätzlich bei:

  • Ausweichmanöver ohne Zusammenstoß

  • strukturellen Schäden

  • selbstverschuldetem Ausweichunfall

  • schweren Folgeschäden

➡ Achtung: Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse.

✔ Haftpflicht

Haftpflicht zahlt nicht bei Wildunfällen, da Ihr eigenes Auto betroffen ist.

Mitverschulden – wann Versicherungen kürzen

Versicherungen prüfen bei Wildunfällen oft, ob ein Mitverschulden vorliegt.
Die häufigsten Gründe:

❌ zu schnelles Fahren

Warnschild „Wildwechsel“ ignoriert → Beitrag kann gekürzt werden.

❌ fehlende Beweise

Ohne Polizeibericht oder Fotos → Versicherungen verweigern häufig Zahlung.

❌ Fahrerflucht (nach Wildanprall)

Wenn Sie weiterfahren, ohne Polizei zu informieren → Ordnungswidrigkeit.

❌ Tier mitgenommen oder beseitigt

Kann zu strafrechtlichen Folgen führen.

❌ verspätete Meldung

Schaden muss innerhalb weniger Tage gemeldet werden.

👉 Deshalb ist ein digitales Gutachten so wichtig:
Es zeigt objektiv, dass der Schaden wildtypisch ist.

Wie wird der Schaden bewertet? (Gutachten)

Bei Wildunfällen sind Schäden oft massiver als sichtbar:

  • Kühlerträger gebrochen

  • Scheinwerfer innen verletzt

  • Radaufhängungen verbogen

  • Motorträger beschädigt

  • Sensoren defekt

KOVO DIREKT bewertet:

✔ Schadenumfang
✔ Reparaturweg
✔ Wertminderung
✔ Wiederbeschaffungswert
✔ Restwert
✔ Struktur- & Rahmenschäden
✔ Versicherungsoptimierte Kalkulation

Und das komplett digital, ohne Vor-Ort-Termin.

Häufige Schäden bei Wildunfällen

Unsere Auswertung von 3.000 Fällen zeigt:

✔ Stoßfänger (90 %)
✔ Kotflügel (72 %)
✔ Kühler / Lüfter (63 %)
✔ Scheinwerfer / Sensoren (54 %)
✔ Motorhaube (43 %)
✔ Achs- & Fahrwerksteile (18 %)
✔ Windschutzscheibe (14 %)

Schäden liegen im Durchschnitt zwischen 1.200 € – 8.500 €.

Fazit: Wildunfall – richtig handeln, volle Erstattung sichern

Ein Wildunfall ist unangenehm – muss aber nicht teuer werden.
Mit der richtigen Reaktion sichern Sie sich:

✔ volle Versicherungsleistung
✔ klare Beweise
✔ rechtssichere Dokumentation
✔ schnelle Bearbeitung
✔ Schutz vor Kürzungen

KOVO DIREKT unterstützt Sie dabei – digital, effizient, rechtssicher.

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